Grüne Mainzer Landtagsabgeordnete treffen VertreterInnen der Mainzer Fanszene

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Am 18.Juni nahmen die beiden Mainzer Landtagsabgeordneten Gunther Heinisch und Daniel Köbler auf Einladung der Aktiven Fanszene von Mainz 05 an einem Austauschgespräch im Fancafe im Haus der Jugend Teil. Das Thema, dass die von den Fanvertretern aus Ultraszene und Supportern am drängendsten vorgebracht wurde war die Diskussion um die Sicherheit in Deutschen Stadien.

„Leider werden die Stimmen der organisierten Fanszene in der Debatte zu wenig gehört. Dabei handelt es sich um bundesweit Tausende ehrenamtlich Aktive, die es nicht verdient haben in eine Randalierer-Ecke gestellt zu werden“, äußerte sich Daniel Köbler in diesem Gespräch, „Die Situation nach dem Relegationsspiel in Düsseldorf vergangenes Jahr wurde von den innenpolitischen Hardlinern zur Stimmungsmache genutzt. Sicher ist, dass es in deutschen Stadien heute nicht unsicherer ist als früher oder bei vergleichbaren Großveranstaltungen. Eher im Gegenteil: Selbst auf dem Oktoberfest gibt es mehr Verletzte in einer Woche als in der gesamten Bundesliga-Saison. Da hört man von den Hardliner nichts zu.“

 

Nie war die Überwachung der Fans durch Polizei und technisches Gerät so umfassend wie heute. Umso wichtiger ist ein hohes Maß an Kommunikationsbereitschaft und Transparenz bei den Einsätzen.

 

„Das Vorgehen der Polizei muss in jedem Fall nachvollziehbar sein“, betont Gunther Heinisch. „Deshalb wollen wir eine unabhängige Polizeibeschwerdestelle in Rheinland-Pfalz schaffen. An diese können sich alle wenden, die den Eindruck haben, dass das Vorgehen von Einsatzkräften nicht korrekt ist. Zusätzlich werden wir mit einer erweiterten Kennzeichnungspflicht auch in besonderen Einsatzsituationen wie im Umfeld von Ligaspielen nachvollziehbar machen, welcher einzelne Beamte sich wie verhalten hat. Damit erreichen wir im bundesweiten Vergleich ein Höchstmaß an Nachvollziehbarkeit der Polizeieinsätze.“

 

„Die Kommunikation von Fanvertretern und Polizei am Spieltag darf nicht abreißen“, so Heinisch. „Kommunikation ist der Grundstein für Deeskalation. Es ist gut, dass es in Mainz ein Forum gibt, in dem sich vor dem Spieltag Ordnungsdienste beider Vereine, das Fanprojekt, der Verein Mainz 05 und die hiesige Polizei austauschen können. Vonseiten der Polizei kann eindeutig erwartet werden, dass sie solche Möglichkeiten wahrnimmt und sich konstruktiv einbringt.“

 

Gegenseitiges Lob erfuhren Fanvertreter und Fanprojekt. Die Zusammenarbeit funktioniere in Mainz hervorragend. Die Mainzer Szene sei sehr kommunikativ, das habe sie mit ihrer Arbeit zu Antidiskriminierung und Homophobie, sowie mit den Fantagen bewiesen. Das Fanprojekt wurde dafür gelobt, dass es hierzu Anschub und Unterstützung leisten würde. Um solche Verantwortung zu übernehmen braucht es allerdings Freiräume und muss seine Unabhängigkeit bewahren.

 

Daher war auch die Finanzierung der Fanprojekte in Rheinland-Pfalz Thema. Durch die Neuregelung der Zuschüsse von Land, Kommune und Fußball fehlt ihnen Planungssicherheit. Dies führt zu befristeten Personalverträgen. Hier zeigte sich die Mainzer Fanvertreter und das Fanprojekt auch solidarisch mit den anderen Fanprojekten in Rheinland-Pfalz und bemängelte die mangelhafte Ausstattung des Fanprojekt Kaiserslautern, das Fehlen eines Fanprojektes in Koblenz und forderten den Erhalt des Fanprojektes in Trier.

 

„Wir wollen mindestens den Satus quo für das Fanprojekt Mainz erhalten, weil wir sehen, dass hier gute und nachhaltige Jugendarbeit betrieben wird.“ , so Köbler, „Auch die anderen Fanprojekte müssen ausreichend finanziert sein. Neben den jugendpolitischen Zielen muss ich als Haushalter auch sagen, dass sich jeder Euro in Prävention sich in Zukunft doppelt und dreifach als Einsparung im Sozial- und Innenbereich auszahlt.“

 

Um das Fanprojekt Mainz zu unterstützen hat sich aus der Mainzer Fanszene ein Förderverein gegründet, der schon mit vielen Aktionen im Stadion Gelder für das Projekt gesammelt hat. Die Gelegenheit nutzten die Abgeordnete Köbler zum Beitritt dieses Fördervereins. Ein weiteres Treffen vor Ort bei der Arbeit im Stadion am Spieltag wurde für die kommende Saison vereinbart.

 

Bilder zu dem Treffen finden Sie hier: https://www.dropbox.com/sc/3zyciqqw0vz5ebq/m39I9QvKlo

 

 

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