5 Fragen an Gunther Heinisch

Gunther Heinisch

GRÜNE Politik in Rheinland-Pfalz wird in Zukunft von 18 Abgeordneten gemacht. Gunther Heinisch ist Teil der neuen GRÜNEN Landtagsfraktion und wird sich besonders auf Bildungs- und Kulturpolitik konzentrieren. Immer skeptisch, sachlich und begeisterungsfähig, so beschreibt er selbst seinen Politikstil. Eine kurze Vorstellung gibt es hier…

Was sind Deine politischen Schwerpunkte? Was macht für Dich ein „grüneres“ Rheinland-Pfalz aus?
Meine politischen Schwerpunkte sind grüne Bildungs- und Kulturpolitik.
In der Bildungspolitik ist mir wichtig, den deutschen Sonderweg zu beenden, dass Kinder früh in unterschiedliche Schubladen gesteckt werden. Längeres gemeinsames Lernen und eine bessere individuelle Förderung sind wichtig für die Weiterentwicklung des Schulsystems. Jedes Kind hat individuelle Stärken und Begabungen, die optimal gefördert werden müssen. Mehr Gesamtschulen und eine Einbeziehung aller Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen in den Regelschulen sind wichtige Schritte auf dem Weg zu einer besseren individuellen Förderung und zu einem längeren gemeinsamen Lernen.
Statt Studiengebühren, mangelhafter Ausstattung von Schulen und Hochschulen, Konzentration auf Leuchtturmprojekte und Exzellenzdenken braucht Rheinland-Pfalz gute Bildungsangebote in der Breite und in der Fläche. Wir GRÜNE setzen auf zeitgemäße Wissenschaftseinrichtungen, die sich öffnen, die Wissen breit in die Gesellschaft streuen und deren Bildungsangebote allen interessierten Menschen – auch ohne spezielle Vorkenntnisse – entgegenkommen.
In der Kulturpolitik ist mir wichtig, die künstliche Trennung zwischen kulturellen Einrichtungen und Bildungseinrichtungen zu überwinden. Theater, Museen, Orchester, aber gerade auch öffentliche Bibliotheken sind in herkömmlichen Ressortverteilungen dem kulturellen Bereich zugeordnet. Sie haben aber auch einen unverzichtbaren Bildungsauftrag. Öffentliche Bibliotheken leisten beispielsweise einen Beitrag zur Versorgung mit Literatur und zur Leseförderung. Diesen Auftrag gilt es abzusichern und zu stärken. Freie Kulturinitiativen müssen gestärkt werden, damit Kultur sich auch jenseits der Kulturinstitutionen des Landes und der Kommunen frei entwickeln kann.

Seit wann engagierst Du Dich für die GRÜNEN? Was bewegte Dich zu den GRÜNEN?
Als Schüler war ich in den frühen 1990er Jahren keineswegs damit einverstanden, dass es erst „mit 18“ erlaubt ist, sich an Wahlen zu beteiligen. In dieser Zeit habe ich mir die Grundsatzprogramme der im Bundestag vertretenen Parteien und die jeweils aktuellen Wahlprogramme von GRÜNEN, CDU, SPD, FDP sowie der damals real existierenden PDS besorgt. Das (wegweisende) grüne Grundsatzprogramm (1980) war zu dieser Zeit nicht leicht aufzutreiben, denn es war ein Fragment aus der frühen Gründungsphase der grünen Partei.  Einfacher verfügbar war der Grundkonsens von Bündnis 90/Die GRÜNEN (1993), der bis heute gültig ist. Ökologisch, sozial, basisdemokratisch und gewaltfrei – in Übereinstimmung mit diesen Grundlagen bin ich 1995 der grünen Partei beigetreten. Vorab hatte ich das 1980er Grundsatzprogramm beim grünen Archiv angefordert und für gut befunden.

Was beschäftigt Dich, wenn Du gerade keine Politik machst?
Wandern, Kochen, Kultur und derzeit vor Allem meine Abschlussarbeit.

Beschreibe Dich selbst in drei Worten: Skeptisch, sachlich, begeisterungsfähig

Noch mehr Wissenswertes über Gunther Heinisch:
Politische Funktionen:
Kultur- und bildungspolitischer Sprecher der grünen Stadtratsfraktion in Mainz
Mitglied des Parteirats und Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Bildung, Hochschulen, Weiterbildung von Bündnis 90/DIE GRÜNEN Rheinland-Pfalz
Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Wissenschaft, Hochschulen und Technologie von Bündnis 90/DIE GRÜNEN
Mitglied des Ortsbeirats und stellvertretender Ortsvorsteher Mainz-Altstadt

Frühere politische Tätigkeiten:
Mitglied des Ortsbeirats Marienborn
Vorsitzender des AStA der Uni Mainz – gleichzeitig Tätigkeit als Referent für Ökologie und Verkehr, als Referent für und Hochschulpolitik und später als AStA-Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mitglied des Studierendenparlaments der Uni Mainz
Sprecher der Hochschulgruppe CampusGrün
Mitglied des Senats der Uni Mainz
Co-Sprecher des Landesausschusses der Studentinnen und Studenten (LASS) der GEW Rheinland-Pfalz und Delegierter zum Gewerkschaftstag der GEW Rheinland-Pfalz
Mitglied des Bundesvorstands im Bündnis der grün-alternativen Hochschulgruppen (CampusGrün-Bundesverband)
Gesamtleitung der Zeitung der Verfassten Studierendenschaft der Uni Mainz (unipress)
Mitglied der „tendenz“-Redaktion (Zeitung des Bundesverbands von JungdemokratInnen/Junge Linke)

Teile diesen Inhalt: